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Seit einiger Zeit habe ich mit dem Gedanken beschäftigt, ein elektrisches
Modellflugzeug als Kameraplattform einzusetzen. Aus diversen
Modellflugunterlagen habe ich die abenteurlichsten Konstuktionen abgebildet
gesehen. Einige Kameras waren zu schwer für ein Modellflugzeug mit
„Billigmotor“ und 7-Zellen-Antrieb, andere zu umständlich bezüglich der
Bedienung. Sicherlich ist eine motorbetriebene Kamera das Optimum für
Luftaufnahmen, jedoch sicherlich auch zu schwer und gewiss nicht sehr
kostengünstig. Billige Wegwerfkameras erwiesen sich ebenfalls als ungeeignet,
da zu umständlich in der Handhabung. 1x Starten, Fotografieren und dann schon
wieder Landen ?? - nein danke, da gibt’s bestimmt eine bessere Lösung!
Im letzen Halbjahr sind die Preise für elektronische Kameras kontinuierlich
gesunken. Ein solcher Fotoapparat könnte doch die Lösung sein? Der Haken daran
ist aber wieder das „hohe“ Gewicht dieser Kameras, eine Casio mit 420 gr. und
einem stolzen Preis von ca. 800-900 Fr. auch zu teuer. Eine HP PhotoSmart mit
337 gr. für einen Elektroflieger, der selbst mit Antrieb und Akku 1,0 kg auf
die Waage bringt, zu schwer.
In einer Jugendzeitschrift sah ich dann eine kleine Kamera, welche als
tragbare WebKamera angeboten wurde und von der Dimension her geeignet schien.
Also rein ins Internet und Hersteller suchen! Die besagte Kamera fand ich unter
Konica, der Produktename vielversprechen: e-mini@. Was das @ soll, ist mir bis
jezt noch nicht klar. Aber was soll’s ! Die „Internettragbarwebcamera“ ist im
Fotofachgeschäft oder in PC-Shops erhältlich.
Technische Daten:
Gewicht mit Batterien 167
Gramm
inkl. eingebautem Monitor
Auflösung: 640*480 oder 320*240
Pixel.
Es besteht die Möglichkeit, kurze Videofilme zu produzieren.
Sicherlich: die Auflösung ist nicht berauschend, aber ein TV-Gerät gibt
meist auch nicht viel mehr her. Dafür ist diese Minikamera für ca. Fr.200.-
erhältlich.
Die e-mini@ lässt sich mit einem aufgeklebten Servo auslösen, aber da es sich ja um eine elektronische Kamera handelt, muss sich dies auch über einen Kontakt bewerkstelligen lassen. Also ran ans Eingemachte und Kamera öffnen! Von diesem Zeitpunkt an erlischt aber jegliche Werksgarantie, bei einem Absturz übrigens auch! Die e-mini@ lässt sich einfach öffnen - und siehe da, im Innern befindet sich ein ganz simpler Schalter. (siehe Abbildung ...)

Bei meinem Umbau habe ich einen kleinen Stecker eingebaut (siehe oben),
welcher in jedem PC System enthalten ist (... da ertönt halt der eingebaute
Lautsprecher nicht mehr.)
Der Stecker kann in der Kamera unter dem Schalter eingebaut werden. Im
Gehäuse sind vor dem Einkleben des Steckers zwei kleine Löcher zu
bohren. Dann kann man die Kamera auch später noch für Flugplatzaufnahmen
einsetzen. Der Stecker wird eingeklebt und die Anschlussdrähte mit wenig
2-Komponenten-Kleber fixiren.
Das
Gehäuse wird geschlossen und mit einem Kontakt das Auslösen getestet.
Falls dies funktioniert, brauchen wir
nur noch die ferngesteuerte Auslösung. Bei diversen Herstellern gibt es
Schaltrelais für die Fersteuerung (die Modell-Schiffbauer verwenden solche).
Die unten abgebildete kleine Schaltung kann jeder mit wenig Löterfahrung selber leicht nachbauen.
Der Auslöser funktioniert einwandfrei mit meiner Multiplex-Anlage und sollte
dies auch mit jedem anderen Fernsteuerungstyp. So, nun ist alles verraten. Und
Fliegen könnt Ihr ja alle selber bestens. Ich wünsche allen beim Nachbau eine
ruhige Hand und viel Erfolg und Spass beim Fotoflug. Bruno
